Wydanie/Ausgabe 121/15.01.2023

   

Für die meisten Schlesier ist dieses kleine Stück Land in Europa ihre geistige Heimat, was Polen auf verschiedene Weise zu zerstören versuchen. Nicht jeder kann gedanklich in dieses neue Polen umziehen. Umso mehr, dass sie ihre neuen Nachbarn, nicht mit offenen Armen, eher widerstrebend aufnahm und Millionen nach Deutschland vertrieb.

Viele Schlesier landeten im Gefängnis, nur weil sie es Schlesier waren. Wir hatten Schwierigkeiten einen Lebensmittel Laden zu betreten. Man kannte die polnische Sprache nicht,  trotzdem wollten die Verkäufer, dass wir in Polnisch alles kaufen. Wie nennt man Brot, Mehl, Reis auf polnisch, wurde für uns schwierig zu erahnen, da haben wir mit dem Finger gezeigt was wir gerne hätten. Und nicht immer haben wir das bekommen, den der Verkäufer sagte „hier spricht man polnisch“.

Schlesien war über 700 Jahre innerhalb der Grenzen der deutsche Sprache. Mit polnisch haben wir nichts zu tun gehabt.

Polen, die vor dem Krieg in Deutschland und Schlesien lebten, konnten Zeitungen in ihrer eigenen Sprache herausgeben und taten es auch. Besuchten hl. Messen auf Polnisch. Sie hatten den Bund der Polen in Deutschland "Rodło".

Schlesier hatten nach dem Krieg ein solches Privileg nicht, weil ihnen die polnische Regierung verbat sich in ihrer Muttersprache, Schlesisch und Deutsch, zu verständigen. Wenn einer deutsch sprach, bekam er mit einen Polizeiknüppel oder landeten im Gefängnis. Und wenn man in der Schule schlesisch Sprach wurden bei ihm die Noten gesenkt.

Unmittelbar nach Kriegsende begannen die Polen, die Ortsnamen in den „eroberten“ einheitlich zu ändern. Es gab Probleme, weil oft der Name eines Orts mehrfach geändert wurde. Zum Beispiel - Bad Altheide wurde auf Puszczyków-Zdrój geändert, und 1946 wurde es nochmals in Polanica Zdrój umgeändert.

Einige Namen ihrer Dörfer aus Kresy (Ost Polen) wurden in einige Orte der Woiwodschaft Niederschlesien übertragen und amtlich bestätigt. Hat das was mit Schlesien zu tun?

In jedem Geschichtsbuch, oft in der Presse, Rundfunk und Fernsehen, sprechen und schreiben sie über die nationalsozialistische Veränderung in der Hitlerzeit, einiger slawischer Ortsnamen in Schlesien im Jahr 1936 und kritisieren solche Aktion.

Und wie ist es in Polen? In der Presse und Büchern schreibt man auch jetzt auf Polnisch; „Im Jahr 1613 erwähnte der schlesische Regionalist, der Historiker Mikolaj Henel aus Prudnik die Stadt Złotoryja“.

Richtig schrieb er  über die Geographie Schlesiens mit dem Titel Silesiographia über die Stadt Goldberg. Und auch der Name des Autors wurde geändert. Er hieß Nicolaus Henel von Hennenfeld und wurde in Neustad in Oberschlesien geboren.

Kennte mir jemand freundlicherweise erklären, ob diese polnischen Änderungen besser als die Hitlers waren? Waren sie richtiger?

Ich schaue mir gerade die Fußballweltmeisterschaft in Katar an. Die irakische Nationalmannschaft sang die Nationalhymne nicht als Zeichen des Protests gegen die Politik im eigenem Land, aber die Regierung drohte ihnen, dass sie inhaftiert würden, wenn sie beim nächsten Spiel nicht noch einmal  singen würden.

Ich erinnere mich, wie 1945 mein Onkel und seine Freunde (im Alter von 14-16 Jahren) während einer Dorf Hochzeit ein deutsches Lied sangen. Sie haben in zwei Wochen lang nach dem Kriege kein Polnisch lernen können. Alle fünf Jungs landeten auf der Miliz in Odertal (Zdzieszowice), wo sie drei Tage festgehalten wurden, und man hat auch die Schlagstöcke nicht gespart.

Im Allgemeinen höre ich, wie die Einwohner Niederschlesiens oft sagen: "Ich bin ein Schlesier". Ein Kindergartenkind könnte ihm glauben, ein erwachsener Schlesier nicht. Sie können kein Schlesier sein, ohne Geschichte, Folklore, Küche und die schlesische Sprache zu kennen. Anschließend wird er nicht einmal mit einem Schlesier kommunizieren können, wenn der in Schlesisch sprechen wird. Wenn jedoch ein Einwohner Niederschlesiens Polnisch spricht, wird er durch einen Schlesier gut verstanden. Ein Schlesier beherrscht in der Regel drei Sprachen, ein Pole nur eine.

Das Schlimmste ist, dass Herr Kaczyński in Oleśnica (Oels) sagte: „Es gibt wenige Menschen auf der Welt, die viel klüger als ich sind“ – obwohl er so schlau ist, würde er seinen Bürger, den Schlesier, nicht verstehen und ihm nichts erklären können, weil er kein Schlesisch spricht, und außerdem, wie er einmal sagte: "Schlesier sind die deutsche Option." Und er kann weder Schlesisch noch Deutsch, und in seinen Reden fällt es ihm oft schwer, sich auf Polnisch auszudrücken.

 

 

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